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Einführung


TRIMB® bedeutet

Trauma
Recapitulation with
Imagination
Motion and
Breath


Dr. med. Ingrid Olbricht hat uns die TRIMB-Methode hinterlassen, die sie in einem mittel-amerikanischen indigenen Kulturkreis entdeckt und für die Traumatherapie weiterentwickelt hat.

Die Methode wurde dort genutzt, um kollektive Traumata wie Hungersnöte, Naturkatastrophen, kriegerische Auseinandersetzungen o.ä. zu bewältigen.

Die Methode bezieht Imagination, Atmung und Bewegung mit ein.

Es geht darum, intensive Bindungen und Gefühle zu bearbeiten und zu transformieren, bzw. ungute Verstrickungen in Beziehungen zu lösen.
Auch Trigger und Erinnerungen an traumatische Szenen können hierdurch entschärft werden.

Angemessene - und daher benötigte - oder sinnvolle Gefühle werden hingegen nicht aufgelöst.

Die Bindungen und Gefühle werden dafür zunächst visualisiert und dann imaginativ und mit Hilfe einer speziellen Atem-Technik sowie mit lateralisierenden Kopfbewegungen durchtrennt.

Es wird hierdurch möglich, sich von belastenden Erfahrungen aus der Biographie frei zu machen und wieder mehr Entwicklungspotenzial zur Gestaltung des Hier und Jetzt zur Verfügung zu haben.

Traumata können ggf. mit der Methode durchgearbeitet werden, posttraumatische Symptome klingen ab.

Sowohl in ambulanten Langzeit- als auch in stationären Kurzzeittherapien können erstaunliche Erfolge mit der Methode erzielt werden.

Die Methode kann meist ohne Komplikationen auch bei früh und schwer traumatisierten KlientInnen eingesetzt werden und führt meist recht rasch zu einer sichtlichen Entlastung.

Von Vorteil ist auch, dass KlientInnen nach einer Einführungs- und Übungsphase die Technik selbstständig einsetzen können, was die Selbststeuerung und Selbstwirksamkeit deutlich erhöht und die Abhängigkeit gegenüber der TherapeutIn vermindert.

Dennoch ist sie kein Wundermittel, sondern ein Baustein innerhalb der Traumatherapie und setzt – genau wie alle anderen Techniken – genaue Diagnostik und traumatherapeutische Kenntnisse der PsychotherapeutIn voraus, insbesondere bzgl. stabilisierender Imaginations- und Distanzierungsübungen.

Die TRIMB-Methode wird, wie alle anderen Expositions-Techniken auch, in die Phasen der Traumatherapie (StabilisierungExpositionIntegration) eingebettet.

Auch für die Psychohygiene der PsychotherapeutInnen oder BeraterInnen kann die Technik effektiv genutzt werden.

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Durchführung

Vorbereitung

Zunächst wird die Klientin in die Methode eingewiesen, diese dann an einer Alltags-Situation eingeübt, die zwar schwierig oder peinlich, jedoch nicht traumatisch gewesen ist. Anschließend wird die Übung sorgfältig mit der KlientIn ausgewertet, positive Effekte werden herausgearbeitet und als Ressource verankert.

Affekt-Differenzierung

Zunächst wird die belastende Situation mittels Leinwandtechnik und genügend Distanz visualisiert, anschließend werden die zugehörigen Affekte differenziert erarbeitet und in eine Hierarchie gebracht, die intensivsten Gefühle an vorderster Stelle.

Affekt-Visualisierung

Jedes einzelne Gefühl wird dann als Verbindung visualisiert, z.B. als Rohre, Kabel, Stricke, Pflanzenstränge, Stacheldraht, Faden o.ä.
Auch die Farbe, Dicke und Konsistenz wird detailliert bebildert und die subjektive Belastung der Klientin durch dieses Gefühl auf einer Skala von 1-10 (1=niedrig, 10=maximal) erfragt.
Anschließend wird für jedes Gefühl / jedes Bild einer Verbindung das hierzu passende "Werkzeug" erarbeitet, um das Gefühl später zu durchtrennen z.B. Schere, Messer, Metallsäge, Laserschwert, magisches Werkzeug, Energie, Lichtenergie etc.

Imagination, Atmung und Kopfbewegung

Danach werden die Verbindungen durchtrennt bzw. transformiert, indem eine vorher eingeübte spezifische Kombination aus Atem-Technik und Kopfbewegung durchgeführt wird. Die bereits visualisierten Durchtrennungs-„Werkzeuge“ stellen hierbei eine wichtige Unterstützung dar.

Nachbereitung

Nachspüren, Ausgangsbild visualisieren.
Meist gibt es deutliche Veränderungen, z.B. ist das Bild / die Person kleiner, weniger bedrohlich, die Gefühle sind noch vorhanden, aber weniger bedrohlich oder weniger belastend.

Erneute Überprüfung der Belastung mittels oben beschriebener Skala von 1-10.

Falls noch unangenehme „Reste“ bestehen oder neue Gefühle auftauchen, könnten diese mit einem weiteren Durchgang bearbeitet werden.

Es sollten allerdings in der Regel nicht mehr als zwei bis drei Durchgänge direkt hintereinander durchgeführt werden und nicht mehr als eine Sitzung täglich.

Wenn sich nicht alles in einer Sitzung bearbeiten lässt, sind abschließende Containment-Techniken wie die Tresor-Übung sinnvoll und möglich, eine weitere Bearbeitung wäre dann beim nächsten Mal möglich.

Bisweilen tauchen durch die Bearbeitung mit TRIMB  auch intensive neue Gefühle auf, die bis dahin abgewehrt waren, z.B. Trauer, wo vorher Angst oder Wut vorherrschte.

Bei wenig aushaltbaren Gefühlen kann es dann sinnvoll sein, einen weiteren Durchgang durchführen.

So können die bisher verborgenen, tiefer liegenden Gefühlsschichten bearbeitet werden - Schicht für Schicht, bis alle Gefühle durchgearbeitet sind.

Wenn es sich um aushaltbare und heilsame Gefühle handelt, z.B. angemessene Trauer, geht es eher darum, das Gefühl wahrzunehmen, es willkommen zu heißen oder kennen zu lernen, darüber zu sprechen oder andere Ausdrucksformen dafür zu finden.

Real angemessene Gefühle werden durch einen TRIMB-Durchgang nicht aufgelöst, so dass es hierdurch auch möglich ist, unangemessene alte Gefühle von den berechtigten, im Alltag benötigten Gefühlen zu unterscheiden - z.B. Angst und Wut gegenüber einer real noch bedrohlichen Person, die dann benötigt werden, um in der Realität Abstand herzustellen.

Je geübter TherapeutIn und / oder KlientIn mit der Technik umgehen, desto kreativer und freier kann sie genutzt werden, z.B. statt der Durchtrennung der Gefühle können Transformationen durch geeignete Bilder herbeigeführt werden („TRIMB für Fortgeschrittene“).

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Seminare zu „TRIMB und Traumatherapie“